Sonntag, 5. August 2012

Indien - Eine Wirklichkeit wie ein Traum



Morgens weckst du mich früh mit dem Hupen der Autos.
Dafür mag ich dich, denn das gibt mir einen langen Tag.
Vormittags lockst du mich mit deinen Gerüchen.
Dafür mag ich dich, denn das gibt mir den Lebensduft.
Mittags schenkst du mir deine Rohstoffe zum Verzehr.
Dafür mag ich dich, denn das gibt mir den Geschmack deines Landes.
Nachmittags verwöhnst du mich mit Chai.
Dafür mag ich dich, denn das gibt mir die Süße die du hast.
Abends belohnst du mich mit dem Sonnenuntergang.
Dafür mag ich dich, denn das zeigt mir die Schönheit die du hast.
Nachts überraschst du mich mit deinen Sternenhimmel.
Dafür mag ich dich, denn das lässt mich Sorgen vergessen.
Dazwischen gibst du mir den Geruch des verbrannten Mülls.
Dafür mag ich dich, denn das gibt mir die Gewissheit in Indien zu sein.
Dazwischen lässt du die Sonne scheinen.
Dafür mag ich dich, denn das wärmt mein Herz.
Dazwischen lässt du mich deine Früchte kosten.
Dafür mag ich dich, denn das macht meine Seele glücklich.
Dazwischen zeigst du mir die Kühe auf den Straßen.
Dafür mag ich dich, denn das zeigt mir, du respektierst Unterschiede.
Dazwischen lässt du es regnen.
Dafür mag ich dich, denn das zeigt mir, du sorgst dich um die Menschen.
Dazwischen präsentierst du mir das Bunteste der Welt.
Dafür mag ich dich, denn das gibt mir Mut, Fröhlichkeit und Freude.
Dazwischen schenkst du mir lachende Kinder und Erwachsene.
Dafür mag ich dich, denn das lässt mich lachen.

Donnerstag, 19. Juli 2012

EINE ZUGFAHRT INS UNGEWISSE, VOLLER OFFENBAHRUNGEN, EINE LUSTIGE ANKUNFT IN DELHI UND IM ANSCHLUSS EIN KRANKER TOBIAS

Eigentlich stimt die Aussage eine Zugfahrt ins Ungewisse nicht wirklich. Wir wussten, nach ca. 28 Stunden sollten wir in New Delhi, der Hauptstadt Indiens ankommen. Wir hatten sogar relativ wenig Verspaetung. Doch die Zugfahrt war voller OFFENBAHRUNGEN. Neben uns sass ein Mann, er las ein Buch ueber den Evangelismus und schon relativ bald fing er an sich mit uns zu unterhalten. Die erste Frage die er uns stellte war "What Religion?" Nach ungefaehr einer hlben Stunde erkundigte er sich nach unseren Namen. Gleich im Vorhinein, er war ein Inder wie im Buche beschrieben, er hat mich auf vollter Linie ignoriert. Nur wenn ich an ihn eine Frage richtete sprach er mit mir.
Im Gespraech ging es aussschliesslich ueber Religion und den Sinn & Zweck des Lebens. Wir (Tobias und ich) hatten eindeutig eine andere Ansichtsweise der Dinge. Doch das liess er nicht zu. Mit Fragen und Aussagen wie " There is only one reality" , "Do you belive in time" , "One day we will all meet the saviour" und "We are all sinners" versuchte er seine Ansichtsweise als richtig hin zu stellen. Wir haben halt doch jedes Mal eine partiell andere Ansichtsweise gehabt. Als ihm nichts mehr einfiel beschloss er das Gespraech mit "You should read the bible, it will answer all your questions".
Irgendwann hatte unsere Begleitung dann gar keine Lust mehr sich zu unterhalten und wir verbrachten die Zeit mit Lesen.
Als Abendessen kauften wir uns Reis mit Dhal im Zug. Es war nicht gut und im Nachhinein stellte sich heraus, es wwar nicht mehr gut. Ich bekam leichte Magenprobleme doch Tobias erwischte es voll. Er ass  ja auch den Grossteil.
Nach gut 29 Stunden Zugfahrt kamen wir in Delhi an. Gross, laut, viele Menschen und mittendrin 2 weisse Menschen die keine Ahnung habe wie si zu ihrer Unterkunft kommen. Nach einigen laenger dauernden Telefongespraechen hatten wir eine Erklaerung die wir auch verstanden. Der Rikshawdfahrer brachte uns zum falschen Don Bosco Projekt und bekam dafuer viel zu viel Geld. OK.
Ein dortiger Father brachte uns dann zum richtigen Projekt, welches jedoch geradde verlassen war. Wir kamen trotzdem hinein und schon nach relativ kurzer Zeit kam auch der dortige Father. Father Charles, eine imposante Erscheinung.
Wir bekamen gleich noch Tee und Abendessen und danach gingen wir auch schon schlafen. Welch Wohlgenuss nach einer Nacht im Zustand der Halbgesunden im Yug. Doch der Frieden waehrte nur kurze Zeit. Tobias wurde anstatt geund eher noch kraenker. So blieben wir 2 TAge laenge in Delhi. Einen Nahmittag verbrachte ich alleine beim Quit Minhar, eine rieseige Anlage in der das Zentrum durch einen 73m hohen Turm gepraegt ist. In diesem Turm ist eine Moschee fuer Touristen nicht zugaenglich. Das wirklich beeindruckende waren die feinen Steinmeisselungen.
Gemeinsam erkundeten wir noch das Red Fort, den Nizza Muddin und die Humayun Tomb.
Der Nizza Muddin und ist ein Sufitempel vo allabendlich nach Sonnenuntergang Sufigesaenge sind. Die Stimmung die dort herrschte war enorm. Voller Energie und Leben. Wir waren schon zur Zeit des Gebetes dort und so sahen wir auch das. Ein Haufen Menschen steht gemeinsam auf, kniet sich gemeinsam hi und kuesst gleichzeitig den Boden. Das wird begleitet von Gebetsgesaengen und natuerlich ist streng getrennt nach Maennlein und Weiblein.
Die Humayun Tomb und die dazugehoerige Anlage war auch extrem beeindruckend. Sie hat so etwas extrem Ruhiges und Bedachtes ausgestrahlt. So stand sie einfach da, riesig, roter Sandstein, Marmor und ganz einfach gesagt eine unglaublich gechillte Atmosphaere herrschte dort.
Und dann war da noch der in Old Delhi ansaessige Gewuerzmarkt. Ein unglaublicher Duft wurde verstroemt. Nelken, Zimtrinde (sehr gut einfach zum Kauen), Sternanis, Fenchel, Safran, Vanilleschote, Gelbwurzknolle, Anis, Chilli, Masalas und alle moeglichen Trockenfruechte. Der Duft war wirklich atemberaubend und obwohl wir schon laengst gehen mussten blieben wir noch laenger und schauten in noch einen Laden und dann blieben wir noch bei einem Stand stehen usw. Alle in allem ist das einfach das reinste Paradies gewesen. :)

So, da ich noch nicht wieder zu Hause bin kann ich euch leider auch noch keine Bilder liefern. Die kommen dann in einigen Tagen und auch der naechste Eintrag.

PS.: Entschuldigt die vermutlich vielen spelling mistakes. Die Tastatur ist nicht mehr bestens in Schuss und die englische Tastatur bin ich auch nicht mehr gewoehnt.

Wieder daheim und euer Warten wird mit Photos belohnt. Doch eine wichtige Sache habe ich noch vergessen zu erwähnen. Wir haben gegessen. Viel gegessen. Zusätzlich zu den 3 Mahlzeiten im Projekt mussten wir natürlich auch noch all die guten Straßensna(c)ks ausprobieren. Meine Meinung dazu ist: Snacks und Süßigkeiten sind im Norden besser, doch die Curries können mit denen von Andhra Pradesh nie mithalten. :)





 Der Beginn der Reise mit Frühstück aus der Lunchbox


 Die erste Sehenswürdigkeit.
Der Quit Mihar in Delhi.



Wunderschöne Verzierungen an allen Ecken und Enden und Rundungen
Nein, das sind keine französischen Brezel



 Das ist Stein und nicht Holz






Ein Kuppeldach von innen


Ein lästiger Mensch der mich mit seinder Kamera vervolgte.



 
Unser nettes Zimmer in Delhi wo wir im Navajeevanprojekt schlafen durften.




Humayum-Tomb mit den verschiedensten Tierchen und wunderschönen Verzierungen.






Verschiedene Momente des Delhiaufenthaltes





Red Fort in Delhi mit einem Baba-Sadhu mit fetter Golduhr den wir trafen.



Big fat Gemüsemarkt wo wir auch kräftig zugeschlagen haben. Auch für dich liebe Mami. Dafür mag ich aber auch so einen tollen Türknauf haben wie am Bild
Türknauf in Elefantenform mit Mensch. Ja ich bereue die ungedrehten Bilder. Dafür entschuldige ich mich jetzt auch gleich einmal... ;)



Zum Abschluss noch eine riesige Moschee. Sie fasst bis zu 25 000 Menschen.....

Donnerstag, 28. Juni 2012

Sag mir die Zukunft voraus Weis(ß)er

Ein weißgekleideter Hindu, ein Käfig mit einem Papagei, eine Umhängetasche, ein Stapel Kärtchen, 4 Kaurimuscheln.
Das überraschte mich Mittwochabend in der Playschool als wir (meine Lehrerin und ich) gerade die Pforte schließen wollten. Was hat das jetzt zu bedeuten? Die Antwort bekam ich. Das ist die indische Kulur. Gut, ich konnte mir noch nicht so viel darunter vorstellen. Nach weiterem Nachbohren bekam ich noch mehr Informationen. Dem Papagei im Käfig wird dein Name gesagt, erst wenn du 10 Rupees bezahlt hast, die Karten liegen schon schön aufgefächert da, und dieser pickt sich dann eine Karte und verschwindet dann von selbst wieder in seinem Käfig. Alleine das war für mich schon faszinierend genug. Vielleicht auch das Faszinierendste da ich die Worte des Wahrsagers nicht verstand. Sein fürsorglicher Betreuer erklärt im Anschluss die Karten die der Papagei gezogen hat. In einer Kartenhülle waren mehrere Karten. Angefangen bei einem kitschigen Jesus bis hin zu den verschiedensten hinduistischen Gottheiten war alles vertreten..... Da habe ich leider nicht mehr viel verstanden. Es muss aber eine positive Antwort gewesen sein. Meine Lehrerin hat hernach gestrahlt. Irgendwie habe ich noch mitgekriegt das ihre "lovemarriage" klappen wird.
Zur Sicherheit ließ sie sich aber auch noch die Zukunft von ihrem Freund vorraussagen.... Auch kein Problem wenn betreffende Person nicht anwesend ist.
Später wurden noch die 4 Kaurimuscheln geworfen und aus der Hand gelesen. Leider bekam ich dazu absolut keine Erläuterung mehr. :(
Spannend war es aber auf jeden Fall zu sehen wie das so funktioniert. Diese Art der Vorraussage gibt es außerdem auch noch mit Kühen die reich geschmückt sind.
Dazu gibt es leider keine Bilder. Ich wusste nicht recht ob das gerne gesehen worden wäre. Anders ausgedrückt, ich habe mich nicht getraut zu fragen und einfach so wollte ich nicht photographieren...

Und jetzt geht es dann erstmals auf nach Delhi. Ein dreiwöchiger Urlaub im NORDEN steht an. Monsun, Zugfahrten, Berge/Gebirge, Kälte, Wanderungen, Taj Mahal, Bazare,.....

Um euch nicht ganz ohne Bilder zu lassen:











 


Tränen in der Playschool werden mit selbstgemachten Chikkies (Karamel-Erdnusskugeln) ausgeglichen

Viele viele neue Kinder gibt es derzeit in der Playschool





Montag, 18. Juni 2012

M
Mo
Mon
Mona
Monat
Monate
Monate?

Was sind Tage, Minuten, Stunden, Wochen, Monate, Jahre,.... Gibt es das überhaupt oder ist das alles nur Einbildung. Einbildung der Menschen um sich selbst zu versichern, ja mein Leben läuft in geordneten Bahnen?
Hier gibt es einmal auf keinen Fall ein zeitlich geordnetes Leben. Zumindest für mich nicht. Was jetzt dann bald 10 Monate sein sollen könnten genauso gut 4 sein. Zeit spielt für mich keine wirkliche Rolle mehr.
Komme ich zu einem ausgemachten Zeitpunkt um 9:00 Uhr warte ich halt eben mal eine halbe Stunde. Ist doch schön, habe ich halt mehr Zeit die Menschen und das Leben rund um mich zu beobachten.
Schön jetzt ist es schon wieder so spät des Nachts. Wie war das möglich? Ich wollte doch heute ausnahmsweise mal früher schlafen gehen. (Das heißt nicht das ich täglich bis Mitternacht aufbleibe. Das kommt eigentlich nie vor). Macht doch nix. Ich werde trotzdem in der Früh bald aufstehen, einen Blick in die Küche werfen und mich einige Zeit später ins Projekt bewegen. Mit dem Wissen, die Kinder werden mich schon aufMuntern. Im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Frage: Wie soll ein Mensch auch weiterschlafen wenn 15 kleine Kinder gleichzeitig so was Ähnliches wie Good Morning brüllen und sich dann im nächsten Schritt auf dich stürzen. Spätestens wenn das geschieht bin ich munter. Immerhin will das erste Kind bereits in die Luft geschupft und das zweite im Kreis gedreht werden und das dritte Kind möchte am liebsten alle Spielsachen gleichzeitig haben. Es ist schön so begrüßt zu werden. Da merkst du, ja du bist wichtig und die Kinder freuen sich wenn sie dich sehen.
Ah um 9:00 Uhr ist dein Arbeitsbeginn. Gut, schön das du schon um viertel nach 9 da bist und nicht erst um halb 10.
Ich habe diese kleinen Verspätungen echt lieben gelernt. Wieso muss ein Mensch auch immer pünktlich sein? :)
10 Monate sind ehrlich schon vergangen seitdem ich Österreich verlassen habe. Das klingt für mich echt unglaubwürdig. Wie ist es möglich das ich bereits den Winter hier in Indien erlebt habe, das ich Weihnachten und Silvester irgendwie verpasst habe und angeblich soll jetzt die summerseason auch schon wieder vorbei sein, dafür steht der Monsun schon vor der Türe. Ich habe so viele Erfahrungen gemacht über die ich froh bin, aber auch viele schockierende Sachen gesehen. Beispielsweise eine Leiche in einem halb vertrocknetem Bächlein und einen frischen Toten auf den Bahngleisen die ich täglich überquere.
Aber es ist so schön wenn der Bananenhändler gleich den richtigen fairen Preis sagt und nicht erstmal den doppelten oder dreifachen. Es ist schön zu sehen wenn die Kinder Fortschritte machen und die bemerkbar sind.
Jyothi: Sie war noch so richtig babyhaft als ich in der Playschool anfing. Hat kein Wort gesprochen, und hat mit den Fingern das Gesicht so abgetastet. Einfach so wie mensch es von Babys kennt. Jetzt kommt sie einfach täglich schon her und begrüßt mich mit einem Jauchzen von "akka" (große Schwester - das ist die übliche Bezeichnung hier für uns), sie wirft sich in meine Hände und sie spricht schon ein Wort Englisch. Apple ist das Wort für Alles. Egal was sie gefragt wird, die Antwort ist Apple. Es werden ihr 5 verschiedene Dinge gezeigt. Bei jedem kommt zur Antowrt Apple. Einfach lieb. Aber sie ist einfach so erwachsen geworden. Ehrlich jetzt. Gewachsen und entwickelt wie nix.
 Zu Momomomomonate gehört auch Juni. Ganz eindeutig sogar. Und im Juni ist es passiert. Um Wolf Haas zu imitieren: "Jetzt ist schon wieder was passiert". Der Monsu. Es regnet einfach und hört nicht mehr auf. Und das alles schon seit 16.6.2012. Wohin soll das nur führen? Ich vermisse meine Sonne doch jetzt schon. Klar, der Regen ist auch ganz nett und das die Haut nicht mehr schweißnass sondern regennass ist, ok von mir aus. Aber durchgängiger Regen ohne Sonnenstrahlen, das übersteigt die Grenze. Die Regengrenze.
Aber ich habe eine Erklärung dafür gefunden. Heute am Heimweg von der Playschool. Ein toter Frosch auf den Bahngleisen. Ich bin mir zu 297% (:)) sicher, es war der Wetterfrosch.
Außerdem trocknet meine selten gewaschene Kleidung nicht mehr, gehts du einen Schritt mit Schlapfen, kannst du dir sicher sein Dreckspritzer bis zu den Knien zu haben, das Freiluftbett ist noch feuchter als sonst und .... :(
Es sind ja noch nicht einmal immer so richtig schöne große Tropfen. Immer nur dieser ständige Nieselregen der dich bibbern lässt. Heute war mein zweiter Gedanke wieder ins Bett zu verschwinden nachdem ich in der HAUPTZENTRALE gesessen bin, das Teewasser nicht richtig kalt war und ich kurz an einen Wintertag mit heißer Schokolade, einer Daunendecke und einem guten Buch gedacht habe. Wer denkt schon an heiße Schokolade wenn jene Person an Indien denkt?





Da sollte doch viel eher an das gedacht werden!!!!





Übrigens bin ich auf ein neues schwerwiegenden Problem von Indien gestoßen. Essen. Du hast absolut keinen Hunger da du frühstücken warst, danach eine Banane gegessen hast, den Vormittag noch mit einer Guave abgerudet hast und dann noch schnell einkaufen musstest weil.... Nach dem Einkauf muss die Wasserflasche so oder so von mindestens einer Person aufgefüllt werden und bei der Gelegenheit ist es natürlich notwendig einmal in die Töpfe zu linsen um das Mittagessen zu erkunden. Es sieht wie immer hervorragend aus und der Gedanke, ein bisschen was geht doch noch. Aus dem bisschen was wird halt mehr weil es noch besser ist als es aussieht. Auch jetzt gibt es wieder Bananen und statt der Guave gibt es Joghurt mit Honig. Unglaublich. Wenn jetzt Wochenende ist geht es wieder in der Flat gleich weiter. Der Nachmittagskaffee mit Naschereien aus der Bäckerei ruft. Was ist auch ein sonntägliches Kaffeekränzchen ohne Nussgolatsche, Keksen und Obst. NICHTS!!!!!!! Immerhin müssen die Nascherein noch von der Bäckerei geholt werden... :)
Nach dem Kaffee ist erstmal für 2-4 Stunden Ruhe und dann gehts schon wieder zum Abendessen.

Dazwischen wird aber noch immer recht brav Tee getrunken und Obst gegessen. Beispielsweise Mangos.









Macht doch alles nix.
"Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeiffen lassen." Don Bosco







Mittwoch, 30. Mai 2012

Hoffnung

Da war einer, der hat Farbe bekannt:
bunte Zeichen an die düstere Wand.
Doch den Pinsel riß man ihm aus der Hand,
und die Farben löschte man aus.
Und man dachte, damit ist's vorbei.
Da waren plötzlich zwei oder drei
und dann zehn und hundert und ohne Zahl
seine Farben, strahlend und neu.

Refrain:
Wir mischen mit, wir mischen uns ein.
Unser Leben kann voll Farbe sein.
Und jeder Schritt zieht eine Spur.
Finde deine eigne Farbe nur,
daß im Gesicht dieser Welt
dein Zeichen nicht fehlt,
und jeder Strich, jede Linie,
die du zeichnest, zählt
 

Und du kennst die Stimme, die zu dir spricht:
Verbrenn dir deine Finger doch nicht,
halte dich heraus, verbirg dein Gesicht,
dann läßt man dich sicher in Ruh'.
Doch nur wer den guten Ruf riskiert,
sich traut, sich zeigt, was Neues probiert,
und wer Fehler macht, und wer Fragen stellt,
kennt die bunten Farben der Welt. 


Um 9:00 Uhr in der Früh kommst du ins Projekt. Alle Kinder die bereits anwesend sind freuen sich und rufen mit ihren undeutlichen Stimmen: Good Morning sistaaa. Gut, das ist schön, du freust dich. Am liebsten würdest du alle gleichzeitig umarmen, doch deine innere Stimme verbietet es dir. Die Zwerge müssen sitzen bleiben und weiter Englisch lernen. Im Normalfall. Trotzdem ein guter Start in den Tag.
Kaum jedoch bist du da verschwindet die Person die sich gerade noch mit den Kindern beschäftigte. Auch noch in Ordnung. Dürfen sie halt spielen so wie es laut Timetable auch sein sollte. Je nach Lust und Laune bekommen sie Wippen, Bälle, Seifenblasen oder was mir sonst so gerade einfällt. Gleichzeitig tobst du mit einigen Zwergen herum und erlaubst, oder erlaubst ihnen nicht die Chungie (Schal) zu klauen. Das ist so ziemlich der Höhepunkt des Tages. Mit kleinen Zwergen toben. Yessss, das erfreut mein Kindheitsgefühl.










Meine Zwerge im Kampf mit meinem Schal














10:00 Uhr: Es gibt Milch. Manchmal wirklich um 10:00 Uhr, oftmals aber auch zu früh oder zu spät. Auch darüber lässt sich hinweg sehen. Gerade wenn es etwas später wird. Aus dem einfachen Grund. Danach ist oral English training angesagt. Da kann eine Stunde schon recht lang sein. Besonders dann wenn ich wieder einmal alleine mit den Zwerglein bin. So in der "Freizeit" habe ich kaum noch Probleme sie von irgendeiner blödsinnigen Aktionabzuhalten oder ihnen etwas zu verbieten. Ist jedoch Englischunterricht angesagt bin ich noch immer mehr oder weniger machtlos. Das ist ja nicht so schlimm solange ich nicht alleine bin. Leider kommt dieses alleine sein relativ oft vor. Nicht selten passiert es, dass meine zwei teachers verschwinden um Snacks kaufen zu gehen und erst nach einer Stunde oder so mit einem Bund Bananen wieder ankommen. In der Zwischenzeit darf ich mich mit den Kindern beschäftigen. Manchmal schalten sie den Fernseher noch ein bevor sie gehen. Meine Zwerge sind damit halt nicht eine Stunde lang zu begeistern. So ist es keine Seltenheit, dass ich den Fernseher wieder ausschalte, den Unterricht abbreche und ihnen erlaube zu spielen.
Wenn der fix angestellte Staff einfach verschwindet und mich mit 25 indischen Kindern alleine lässt, da frage ich mich teilweise schon, was genau sie sich dabei denken. Meine Befürchtung ist nicht so viel, ich weiß es aber nicht. Aber ich versuche es positiv zu sehen, ich kann so eine besonders intensive Zeit mit den Kindern verbringen. :)
Um 11:00 Uhr wenn die Bananen geliefert wurden wird erstmal gegessen. Eine kleine Banane pro Kinde und pro Staff. Lecker!!! Weiter gehts mit spielen. Es wird wieder getobt, gebrüllt, geschaukelt, Bälle werden auf jede erdenklich Art und Weise verwendet - ja sie werden sogar aufgegessen - und Seifenblasen werden gejagt. Auch in dieser Zeit bin ich oft alleine. Das ist zwar echt absolut nicht schlimm. Zumindest im Normalfall, für mich aber total unverständlich. Natürlich, ich habe auch Tage an denen ich weniger Lust habe, oder an denen es mir nicht so gut geht. Aber nur im Office zu sitzen und zu quatschen und dann nicht einmal darauf zu achten, dass keine Kinder im Office sind, das ist mir unverständlich. Aber vielleicht denke ich da einfach noch immer viel zu westlich. Ich weiß es nicht.
Sollten meine zwei teachers bis jetzt wirklich immer mit mir bei den Kids gewesen sein, so hört sich das jetzt auf. Es ist 12:00 Uhr und somit Mittagessen. Die Kinder die am Nachmittag auch noch dableiben haben eine Lunchbox mit. Das heißt Kindern die Box öffnen, Reis mit Curry vermischen, Trinkwasser geben und manchmal Kinder füttern. Gerade das Füttern mit der Hand ist eine Erfahrung die ich nicht missen möchte. Es ist so ein schönes Gefühl und noch tausendmal schöner als mit einem Löffel. Es gibt aber auch Kinder die einen Löffel mithaben. Komisch anzusehen, wenn mensch selbst nur mit der Hand isst.
Gerade wenn viele Kinder da sind ist es  um diese Zeit echt stressig, denn....
... mindestens 3 Kinder wollen gleichzeitig Wasser
... 4 wollen die Boxen geöffnet bekommen
... 2 wollen nicht selbst essen und sollten durchgängig beaufsichtigt werden
... 1 macht sich prinzipiell in die Hose
... und...
... selbst hat der Mensch Hände voll Reis und Curry....
Aber, das alles geht ja noch. Es gibt noch 2 Helferinnen die immerhin immer wieder mal da sind und, wie der Name schon sagt, helfen. Nein, eigentlich sind sie sogar immer da, nur verlassen sie sich oft auf die anderen.
Ok, das ist echt nervig, dass meine zwei teaches mit denen ich mich unterhalten könnte stets selbst essen wenn die Kinder essen.
Doch noch viel schlimmer ist das Thema Mittagsschlaf. Zu Beginn war es ein Kampf die Kinder überhaupt hin zu legen. Doch dann wurde gemerkt, ah das ist im Anschluss weniger Arbeit. So war die Sache mehr oder weniger geregelt. Die Kinder bekamen um 12:00 Uhr ihr Ei, danach Lunch und danach Schlafen. Hat alles schon super funktioniert bis auf einmal begonnen wurde das Ei immer früher zu geben und somit kamen auch die Kinder immer früher zum Schlafen auf den Boden. Das bedeutet natürlich auch früheres Aufstehen und das ist sehr anstrengend. Ein Teil schläft noch und der Rest darf noch nicht auf den Spielplatz weil viel zu heiß. So hätte ich halt vorgeschlagen: Ei um 12:00 Uhr, danach eine halbe Stunde spielen oder fernsehen und um 12:30 Uhr essen und schlafen. Nein das geht nicht. Arrrghhh. Why? Aber gut, ich habe mich damit abgefunden und es wurde so gemacht wie sie wollten. Scheinbar haben sie ein bisschen eingesehen, dass meine Idee gar nicht so schlecht war, denn immerhin wurden sie später "eingeschläfert". Leider nicht nach meinem Plan sondern es blieb alles beim Altem nur durften sie nach dem Essen noch spielen. Sie waren halt sehr aufgekratzt.
Die Sache die mich aber richtig stört ist einfach, ich bin meistens alleine beim "Einschläfern". Die teachers sitzen noch immer gemütlich im Office und kümmern sich um nichts. Wie soll ich bitte 20 kleine Zwerge ruhig kriegen. Klar einige schlafen wirklich gut und brav alleine ein. Anderen macht es jedoch Spaß herum zu laufen, zu singen und nicht zu schlafen. Schlafen die Letzten, wachen die Ersten schon wieder auf. Nein!!!! Generell ist es nachmittags hauptsächlich so, dass ich oder eben wir Volos uns um die Kinder kümmern. Alleine! Die gesamte Verantwortung wird auf uns abgewälzt. Da gibt es kein Entkommen. Es ist zwar nicht so viel zu tun, die Kinder sind im Normalfall am Spielplatz und beschäftigen sich alleine. Es ist nur so absolut nervig. Kaum wird bemerkt, ah die Volos machens schon, wird nichts mehr gemacht ihrerseits. Alles bleibt an uns hängen. Müssen wir dann ausnahmsweise mal früher gehen, wird zwar gesagt, macht nix, aber ich spüre trotzdem den Widerwillen der mitschwingt. Sie wissen, jetzt müssen wir arbeiten. Nein, ich weiß nicht ob das stimmt, ich habe halt nur das Gefühl.


Naja, genug gesuddert für längere Zeit. Und die Hoffnung bleibt. 
Die Hoffnung, dass sich etwas ändert.
Die Hoffnung, dass der Englischunterricht funktioniert.
Die Hoffnung, dass es den Kindern, die nicht mehr in die Playschool kommen, gut geht.
Die Hoffnung, dass es den Kindern in Zukunft gut geht.

Das oben genannte Lied spricht für mich einfach so von Hoffnung. Hoffnung das sich etwas ändern und das es weitergeht.

Samstag, 26. Mai 2012

Der Monat Mai

Die Blätter fallen, der Wind bläst und die Regentropfen fallen zu Boden. Nein, das wäre September in Österreich. Ich bin hier jedoch in Indien und wie schon in der Überschrift zu lesen, es ist auch hier Mai.
Es heißt, der Monat Mai ist der heißeste der 12 Monate in Indien. Ich habe mich auf vieles vorbereitet. Hatte etwas Angst wie es wirklich werden würde und war aber auch recht gespannt und freute mich gleichzeitig schon auch recht. Immerhin mag ich Sonne. Und was ist jetzt am 26.5.2012? Jetzt bin ich fast etwas enttäuscht. Ich habe mir die Hitze viel anstrengender und beißender vorgestellt. In meinen voreiligen Gedanken sah ich menschenleere Straßen, schlafende Tiere und Menschen und hörte das leise Brummen der Insekten. Ich bin mir sicher vielen von euch geht es auch so. Machst du Urlaub im Juli oder August in Spanien freust du dich auch schon auf die Siesta und planst den Einkauf damit du ja nur nicht während der Siestazeit zum Geschäft kommst. Stimmts? Gut.
Es ist schon so, es sind vl. etwas weniger Menschen auf der Straße,.... aber das Leben geht eindeutig weiter. Die Geschäfte und Miniläden haben den ganzen Tag geöffnet, die Obst- und  GemüsehänderInnen fahren mit ihren Wägen noch immer schreibend durch die Gassen und ich gehe weiterhin täglich in mein Projekt, verbringe dort den Tag und marschiere frohen Mutes wieder heim.
Es stimmt schon, würdet ihr liebe frierende ÖsterreicherInnen jetzt zu mir kommen und einen Chai mit mir trinken, ihr würdet vor Hitze schmelzen wie Eis, zergehen wie Zucker oder eingehen wie eine Pflanze. Ich stelle mir dich gerade vor, wie du mit hängendem Köpfchen dastehst. Eine nette Vorstellung.
Nein, es stimmt schon. Es ist heiß und was das Leben doch recht anstrengend macht ist die Luftfeuchtigkeit. Während du im Freien unterwegs bist fällt dir das noch nicht so krass auf, bist du dann aber im sicheren Heim angekommen merkst du wie sehr du pickst. Deine Unterarme, du könntest wie ein Gecko an der Mauer kleben. So ganz ernsthaft jetzt. Im Gesicht merkst du wie dir die Schweißtropfen die Nase entlang laufen und einen Ausweg suchen und dein Punjabioberteil ist vor Schweiß schon wieder mehr einfärbig als zweifärbig, denn dein Rücken ist nicht mehr hell-dunkel gefleckt, sondern einheitlich dunkel gefärbt. Vermutlich die neueste Modeerscheinung. :)
ein Bruchteil der Mangos

Eine recht lustige Begebenheit mit der Luftfeuchtigkeit. Wir waren  bei einem Tempel und dort wurde der Rasen gespritzt. Das haben wir nicht gesehen dafür aber gespürt. Wir sind komplett unvorbereitet über die Wiese spaziert und plötzlich das Gefühl einer Sauna. Das habe ich echt noch nie erlebt. Die Luft hat richtig gedampft. Faszinierend!
Doch eine Sache hat sich richtig bewahrheitet. Die MANGOS sind da! In unglaublicher Pracht und in Mengen die sich niemand vorstellen kann.

Es gibt über 500 verschiedene Sorten Mangos. Ein recht großer Unterschied ist, ob die Mangos zum Schneiden da sind, oder ob es so genannte Juice-Mangos sind. Juice-Mangos sind eine unglaublich tolle Sache. Zuerst knetest du die Mango sachte mit den Fingern bis sie richtig weich sind, beißt im Anschluss daran ein kleines Loch hinein und schon kanns losgehen mit dem Saugen. Du spürst wie der frische Mangosaft in deinen Mund gluckert, merkst die sanfte Massage der Fruchtstückchen und bist dir sicher im Himmel zu sein. Nein, nicht im siebten sondern noch viel weiter. Das ist wie eine andere Welt. Oder eigentlich, das ist eine andere Welt.
Könnt ihr euch vorstellen, ich habe vor einigen Tagen ein Dutzend Mangos, umgerechnet in Euro, um 1,20€ gekauft. Nein, das könnt ihr mit Sicherheit nicht, wenn du bedenkts, Hofers Mango kostet pro Stück so viel.
Ich könnte mich hauptsächlich von Mangos ernähren und das Gerücht, mensch solle nur eine Mango pro Tag essen, sonst urgent toilet hat sich nicht wirklich bewahrheitet. Auch das zweite Gerücht, Mangos erzeugen so genannte Heatballs hat sich bei mir auch nicht bestättigt. Ich wäre sonst schon überseht mit diesen netten Eiterbeulen. :)
ES GIBT HIER SOGAR PINKE MANGOS!
Der Monat Mai ist zwar noch nicht zu Ende der Blogeintrag aber schon. Es wartet aber auch viel zu viel Arbeit auf mich. Zwei paar Schuhe wollen von mir zum Schuhmacher gebracht werden, Wäsche möchte gewaschen werden, die Flat möchte wieder mal sauber sein, Einkäufe möchten erledigt werden und der Schneider erwartet mich auch mal wieder..... Du merkst liebe/r Leser/r es gibt genug für mich zu tun. Langweile oder eine Siesta ist mir vorerst einmal nicht gestattet. Viel eher starte ich in der heißesten Zeit des Tages los. ;)

Mir ist doch noch was eingefallen.
Wir, alle Volos aus Vijayawada, Vizag/Vishakapatnam und Hyderabad, hatten ein großes Volunteer`s Meeting in Hyderabad mit dem Vizeprovincial höchstpersönlich. Mir ist das deshalb gerade eingefallen weil die Hitze in Hyderabad ganz anders ist als hier. Dort ist es eine trockene Hitze. Es kleben nicht sämtliche Körperteile und du fühlst dich auch wie frisch unabgetrocknet nach einer Dusche.
Viele viele bunte Volos im Projekt Ramanthapur (Projekt in Hyderabad)
Das Meeting an sich war recht nett. Besonders spannend war es über die anderen Städte zu hören, mit den anderen Volos zu quatschen und für mich auch noch die neuen Volos von Jugend Eine Welt kennen zu lernen. Der Schnitt Meeting, Freizeit und Hyderabad besichtigen war auch recht nett. Ein Tag Meeting in einem eiskaltem AC-room und 2,5 Tage Stadtbesichtigung. Der Meetingtag war auch gut geplant. um 9:00 Uhr Beging und am Vormittag schon die erste Kaffeepause. Dann noch Mittagessen und am Nachmittag wieder Kaffeepause. YES.
Bei unserer Stadtbesichtigung waren wir beim Charminar. Es ist schwer zu erklären was genau das ist, also viel Spaß beim Googlen.... Dort in der Nähe habe ich mir mal wieder spontan zwei Schals gekauft. Ich kriege nie genug, da geht noch mehr....
...waren beim Birla Mandir, einem Tempel komplett gebaut aus weißem Marmor auf einem Hügel. Recht nett zum entspannen und abschalten.
...haben ein pseudoindisches Dorf besichtigt und dort auch gegessen.

 

Gott oder doch eher Männlein und Weiblein?


Kunst die hier überall zu finden war. Sind unter anderem Zeichen zum Schutz der Häuser.






Mönche bei der Arbeit. (Zwei meiner Mitvolos)




 ????????????????????
Was tut ein Turban hier in Indien?







Hübsches Tierchen beim Erkundungsspaziergang

Eine dazugehörige Schneiderei.

Mittagessen auf der Wiese
vor dem Restaurant.




Vielleicht kommen ja beim Blog (http://tobiasneuesleben.wordpress.com/) dieser Person noch mehr Bilder zu unserem Ausflug nach Hyderabad. (Ich befürchte das war grammatikalisch jetzt nicht mehr ganz richtig.)